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Mütter - Quelle der Schöpfung: In ihnen liegt die Zukunft der Menschheit

Kleinen Kindern fehlt die Abgrenzung zu ihrer Umgebung. Sie haben kein klares Verständnis für Individualität – weder für sich selbst noch für andere Menschen- aber sie erkennen den Charakter des anderen klar und deutlich. Kleinen Kindern fehlt die Abgrenzung zu ihrer Umgebung. Sie haben kein klares Verständnis für Individualität – weder für sich selbst noch für andere Menschen- aber sie erkennen den Charakter des anderen klar und deutlich.

Die ersten Lebensjahre sind nachweislich bedeutsam für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Christa Meves, eine Bestsellerautorin sowie Kinder- und Jugendpsychologin ist dafür, mehr in Frauen zu investieren statt in Krippen- oder Kindergartenplätze. Eine Mutter gibt dem Kind Geborgenheit, grenzenlose Liebe und Verständnis. Sie prägt unsere Kindheit durch ihre Zärtlichkeit und Fürsorge sowie Sie unser Selbstvertrauen stärkt. Die kindliche Gefühlswelt hat sich im letzten Jahrhundert kaum verändert. Doch was sich verändert hat, sind die Umstände und Erwartungen an die Mütter.

In jeder Mutter offenbart sich die Schöpferkraft des Selbst: In ihnen liegt die Zukunft der Menschheit, K.O. Schmidt

Die Mitte der Gefühlswelt

Auf der Bühne des Lebens ist die Mutterrolle eine schöpferische, da diese ihre Kinder nach ihrem Ebenbild gestaltet. Dies geschieht meist unbewusst. Kinder beobachten jede Geste, jeden Tonfall und Ausdruck ihrer Mutter mit liebevoller Aufmerksamkeit. Dann kopieren sie, meist etwas ungeschickt, aber mit aufrichtiger Hingabe das Gesehene. So erlernen Kinder die Fähigkeiten und Talente ihrer Mutter.

Während des Großziehens der Kinder erhalten Mütter das wertvollste Geschenk auf Erde: bedingungslose Liebe. Die Mutter wird auch an ihren unvollkommenen Tagen als gut und richtig betrachtet. Mütter haben einen ungeheuren Einfluss. Sie prägen die Gewohnheiten des Denkens, Fühlens und Handelns ihrer Kinder und beeinflussen somit die Zukunft der Menschheit.

Die ersten Lebensjahre sind nachweislich bedeutsam für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung. Christa Meves, ist eine Bestsellerautorin sowie Kinder- und Jungendpsychologin. Sie wurde nicht müde, der Welt zu erklären, dass der achtsame Umgang mit den Bindungsgefühlen kleiner Kinder oberste Priorität für deren zukünftiges Seelenwohl hat.

Wie Kleinkinder die Welt erleben

Bevor Kinder in die Kita kommen, ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt. Dieses Umfeld vermittelt Werte, Verhaltensweisen und die grundsätzliche Sicht auf die Welt. Eindrücke aus dieser Zeit werden von Kindern nicht rational aufgenommen, doch werden sie ihre Gefühlswelt im Erwachsenenalter prägen. In dem Buch „Beyond the Rainbow Bridge“ erklärte die Waldorfpädagogin Barbara Patterson: Kleinen Kindern fehlt die Abgrenzung zu ihrer Umgebung. Sie haben kein klares Verständnis für Individualität – weder für sich selbst noch für andere Menschen- aber sie erkennen den Charakter des anderen klar und deutlich.

Deshalb sind die ersten drei Jahre im Leben eines Kindes gesondert zu betrachten. Kleinkinder würden demnach eine intensive Zeit mit ihren Bindungsperson benötigen. Erst durch diese Ko-Regulation können ihre Bedürfnisse und die Ausbildung ihres Ich-Bewusstseins stattfinden. In dieser Zeit wird der Grundstein für die seelische Entwicklung gelegt – meint die Expertin.

„Keine Betreuerin kann mit der Begeisterung und Aufrichtigkeit der Elternreaktionen über die Leistungen eines Babys mithalten. Solche Reaktionen fördern das Vertrauen und die elterliche Liebe. Sie sind die Basis, um einerseits das Selbstwertgefühl zu entwickeln und andererseits um Geborgenheit zu vermitteln“, schreibt die Waldorfpädagogin Rahima Dancy in ihrem Buch „You Are Your Child’s First Teacher.“

Lebensauftrag: Mutterrolle

Kinder zählen wohl zu den glücklichsten und zufriedensten Menschen auf der Welt. Vielleicht weil sie mit der Gabe auf die Welt gekommen sind, im Moment selbst zu leben. Doch auch sie können stur und unnachgiebig sein, meist wenn sie Aufmerksamkeit haben wollen und diese nicht erhalten. Niemand würde behaupten, die Mutterrolle sei eine leichte. Allerdings ist es wie bei jeder Heldentat: Die Reise selbst veredelt den Menschen, in diesem Fall veredelt sie die Frau hinter der Mutterrolle. Diese Rolle verlangt von jeder Mutter innere Stärke, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit über sich selbst nachzudenken.

Durch die Rolle als Mutter reift in den Frauen Mitgefühl heran. Sie erleben wie ihre Kinder innere sowie zeitweise äußere Kämpfe austragen müssen. Durch das Leben mit Kindern erfährt man das Leid des Lebens in anderen Dimensionen. Das Wissen dem Kind einen guten Weg vorgehen zu müssen, ist für Mütter selbst eine Chance Durchhaltevermögen zu erlernen und die eigenen schlechten Gewohnheiten abzulegen. Mütter erschaffen die Kultur der Zukunft, indem sie ihre Lehren den Kindern vorleben. Sich dieser Aufgabe bewusst zu sein, ist die wahre göttliche Mission im Leben jeder Mutter.

„Die Grundlagen für die Moral eines Landes müssen in der Familie gelegt werden. Vergeblich werden Schulen, Akademien und Universitäten gegründet, wenn lockere Prinzipien und unzüchtige Gewohnheiten den Kindern in den ersten Jahren aufgezwungen werden. Die Mütter sind die frühesten und wichtigsten Instruktoren der Jugend,“ schrieb John Adams, einer der Gründungsväter der USA.

Werte leben, Werte bilden

Kinder imitieren die Menschen ihrer Umgebung bis sie rund sechs Jahre alt sind. In dieser Zeit kann der Nachwuchs noch nicht zwischen guten und schlechten Eigenheiten unterscheiden. Somit zeigen sich die vorgelebten Verhaltensweisen der Eltern beim „Mutter-Vater-Kind spielen“. Darin ahmen sie unverblümt den Tonfall und die Handlungen ihrer Eltern nach. Wenn jedoch Kinder viel Zeit in der Tagesstätte verbringen, werden sie von den Verhaltensweisen der Erzieher und Mitschüler geprägt.

Kinder ahmen auch die emotionalen Ausdrücke nach und nehmen somit das Wertesystem ihrer Umgebung als Maßstab zur Beurteilung in sich auf. Diese Prägungen kann jeder in sich selbst finden, beispielsweise wenn man sich dabei ertappt „wie seine Mutter zu reden“. Das zeigt, wie tief die Ereignisse aus Kindertagen in uns ruhen. Kinder werden so handeln wie es die Menschen um dieses herum tun. Wenn Eltern beispielsweise sauer werden, wenn der Hund auf die Couch springt, wird das Kleinkind lernen, dass es in Ordnung ist, den Hund anzuschreien. Wenn Kinder ständig von Nörgelei umgeben sind, werden diese als Teenager nicht zimperlich mit Kritik um sich werfen.

Was wir tun, wenn wir wütend werden, lehrt Kinder, was sie tun sollen, wenn sie wütend werden. Faith Collins

Kinderbetreuung mit Hintergedanken

Wertebildung ist heute ein wichtiger Bestandteil des Kita-Alltags. Grundlegend für die Wertebildung in der Institution ist, dass sich das pädagogisches Personal der Wertehaltung der Kultur, in der die Kinder leben, bewusst ist. Jedoch werden auch die Wertevorstellungen der Bildungseinrichtung immer Teil der Kinder werden. So waren früher Betriebs- und Werkskindergärten keineswegs Randerscheinungen. Die damals geleistete pädagogische Arbeit lässt erkennen, dass einstige Betriebe den unzensierten Einfluss auf die Kinder nutzten. Sie wurden mit Fabriktugenden gefüllt. um zukünftige Arbeitskräfte aufzuziehen. 

Notgruppen und Behelfslösungen für Kinder

Sozialhistorisch betrachtet, kann wohl der karitative Einfluss außerfamilärer Kinderversorgung als effektive Steuerung der Frauenerwerbstätigkeit interpretiert werden. Dies zeigt sich dadurch, dass der Elternurlaub und die öffentliche Betreuung, üblicherweise, aufeinander abgestimmt werden.

Dies zeigt die Inanspruchnahme der beiden Angebote: lange Freistellungsmöglichkeiten bedeuten meist gleichzeitig geringe Angebote für staatliche Kinderbetreuung beziehungsweise korreliert eine gute Kinderbetreuungsinfrastruktur mit zeitgleich begrenzter Freistellungsdauer. Davon ausgenommen ist Ostdeutschland, diese Sonderstellung ist durch die ehemalige politische Trennung der beiden System aufgetreten.

In folge dessen stellt sich die Frage: Warum besteht sechs Jahre nachdem die Bundesregierung den einklagbaren Rechtsanspruch auf Kita- und Krippenplätze eingeführt hat, bundesweit ein Mangel von rund 300.000 Plätzen für unter Dreijährige? In so manchen Städte und Gemeinden übersteigt die Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Frühsommer bereits das Angebot für den kommenden September. Die Kommunen versuchen, durch Notgruppen, An- oder Ausbauten zusätzliche Plätze zu schaffen. Dies stellt jedoch für Kinder wie für die Erzieher eine Qualitätsminderung in der Betreuung dar.

Christa Meves meinte einst: „Gebt den Kindern ihre Mütter zurück!“ 

Erziehung als Gewaltakt: Kindheitsforscher fordert – Hört endlich auf, eure Kinder zu erziehen!

Über hunderttausend Jahre gab der Sapiens dem Leben einen Sinn. Bis er sesshaft wurde. Danach fragten die Menschen über Jahrtausende nach einem Leben und Sinn nach dem Tod. Was die meisten Kinder nicht verstanden, denn sie lebten weiterhin im Hier und Jetzt. Im 21. Jahrhundert wird die dringlichste Frage von Kindern und Jugendlichen sein: Gibt es ein (sinnvolles) Leben vor dem Tod? Die großen Entwicklungen, Fortschritte und Leistungen im kulturellen wie auch im wissenschaftlichen Bereich – und die sind enorm – verdanken wir einzelnen Menschen, oft schon Kindern und Jugendlichen, die vorwiegend durch die Unterstützung ihrer Familie die Möglichkeit hatten, ihrer Intuition und ihren Begabungen zu folgen. Ohne Krippe, Kindergarten und Schul-Druck.

Etwa 80 aller Persönlichkeiten (nicht nur) Europas der letzten Jahrhunderte, die Herausragendes für Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft geleistet haben, wurden zuallererst lange familial sozialisiert.  Wir haben in der gesamten industrialisierten Welt den Blick für die Kompetenzen von Kindern verloren und eine Welt erschaffen, die gegenwärtig etwa 50 Prozent(!) der Kinder krank und viele junge Menschen buchstäblich verrückt werden lässt. Wir haben weltweit und vorrangig in den „hoch entwickelten“ Ländern fast vollständig den Blick für die realen und naturgegebenen Bedürfnisse und das Wesen des Kindes verloren. Mit verheerenden Folgen für Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Individuum. 

Wer Kinder erzieht, tut ihnen Gewalt an

 „Erziehung ist ein Gewaltakt und ein Akt der Demütigung“, sagt Kindheitsforscher Michael Hüter. Er spricht mit energischer Stimme, die seinen Worten Nachdruck verleiht. Das Thema ist für den Österreicher eine Herzensangelegenheit. 

Denn der Historiker ist zutiefst besorgt. Er sieht die Kindheit mehr denn je in Gefahr und warnt vor den dramatischen Folgen, die es haben wird, wenn wir nicht endlich anfangen, friedvoller und empathischer auf die Bedürfnisse unserer Kinder einzugehen. „Nie zuvor ging es Kindern so schlecht wie heute“, sagt Michael Hüter. „Und das, obwohl der Mensch nie zuvor so großen Wohlstand erlebt hat.“ In seinem kürzlich erschienen Buch „Kindheit 6.7“, (Edition Liberi & Mundo) plädiert er für eine Rückkehr zu einer „artgerechten“, menschenwürdigen Kindheit. Dazu gehört aus Sicht des Forschers auch, dass das Konzept der „Erziehung“, also der bewussten Formung von Kindern, in Kindergärten und Schulen, aber auch im Elternhaus, abgeschafft wird. „Wenn wir behaupten, Kinder müssten erzogen werden, unterstellen wir ja, dass sie als fehlerhafte Menschen zur Welt kommen und richtig gemacht werden müssten“, sagt Michael Hüter. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. „Kinder kommen als soziale, hochbegabte Wesen zur Welt. Die Probleme entstehen erst dann, wenn Erwachsene versuchen, sie zu verändern.“ Erziehung ist „gemein“ und „diskriminierend“.

Was Kinder wirklich brauchen, um glücklich zu sein und sich erfolgreich in die Gesellschaft integrieren zu können. 

Michael Hüter ist nicht der einzige, der Erziehung mehr als kritisch gegenübersteht: „Der Gedanke, dass ein Mensch einem anderen Menschen vorschreiben darf, wie er zu sein hat, nur weil zwischen diesen beiden Menschen ein Altersunterschied besteht, ist in unserer Gesellschaft so tief verankert, dass uns die tiefe Ungerechtigkeit darin oft gar nicht mehr auffällt“, sagte die Kinderrechtsaktivistin Aida S. de Rodriguez vor einigen Monaten in einem Interview mit der Zeitschrift „Eltern“.

Rodriguez bezeichnete Erziehung in dem Interview als “gemein”, “diskriminierend” und als “Machtmissbrauch” gegenüber Kindern. “Natürlich ist für Kinder wichtig, dass wir uns um sie kümmern und sie ins Leben begleiten”, sagte Rodriguez. “Doch solange wir sie dabei erziehen, machen wir sie zu Objekten, die wir in unserem Sinne formen.” Auch der bekannte Neurobiologe Gerald Hüther warnt vor den Folgen, die es haben kann, wenn man Kinder erzieht: “Wenn ein Kind zum Objekt elterlicher Erwartungen, Wünsche, Ziele, Vorstellungen oder Maßnahmen gemacht wird, dann zerreißt das Band des Vertrauens und der Verbundenheit zu den Eltern“, sagte er in einem Interview mit der HuffPost. Hüther meint, dass wir die Würde eines Kindes verletzen, wenn wir versuchen, es nach unseren Vorstellungen zu formen.

Kinder müssen um ihrer selbst willen geliebt werden

Für das Kind bedeute das großen Schmerz, denn es könne den Eindruck gewinnen, dass es nur geliebt werde, wenn es den Erwartungen seiner Eltern entspreche – nicht aber um seiner selbst willen. “Die meisten Kinder reagieren auf diesen Schmerz, indem sie sich anstrengen, das zu machen und so zu werden, wie ihre Eltern das wollen”, sagte Hüther.

“Wenn die Kinder sich derart verbiegen, ist der Schmerz zwar vorbei, aber sie führen im Grunde nie ein glückliches Leben, weil sie nie loslassen können. Sie sind immer unter Anspannung und müssen sich immer zu anstrengen”, sagte der Hirnforscher. Das Problem ist, dass beim Kind die Botschaft der Eltern ankommt: Wir möchten, dass du dich auf eine bestimmte Weise verhältst – du sollst so sein, wie wir es wollen, nicht so, wie du bist. Die meisten Eltern haben natürlich nichts schlechtes im Sinn, wenn sie ihre Kinder erziehen. Und die wenigsten können nachvollziehen, warum Erziehung etwas Gewaltvolles sein soll, solange sie ihre Kinder nicht schlagen.

Gewalt in der Erziehung richtet erheblichen Schaden an

Dazu sagt Kindheitsforscher Michael Hüter: „Es ist heute wissenschaftlich gut belegt, was für ein Schaden bei einem Kind entsteht, das gewaltvoll erzogen wird. Und mit Gewalt sind bei Weitem nicht nur körperliche Bestrafungen gemeint. Auch, wenn man kränkende Worte wählt, oder dem Kind etwas entzieht, das es gerne tut, wendet man Gewalt an. Diese Formen der Demütigung haben nicht nur nachhaltige Auswirkungen auf die Psyche, sondern auch auf die Gehirnentwicklung.“ Viele Eltern erziehen ihre Kinder jedoch ganz bewusst, weil sie glauben, dass es der einzig richtige Weg sei und weil sie Angst haben, die Kontrolle über das Kind zu verlieren. Sie leiden unter einem Druck von Außen, den Michael Hüter als „Erziehungsdruck“ beschreibt. Sie haben Angst, als Eltern zu versagen und die kleinen „Tyrannen“ heranzuziehen, von denen so oft die Rede ist.

Doch Michael Hüter meint, dass es genau anders herum ist: „Die Egoisten und die Tyrannen gibt es deshalb, weil sie als Kinder erzogen, sprich gedemütigt wurden. Ihr auffälliges Verhalten ist eine Gegenreaktion, denn Menschen, die in der Kindheit erniedrigt und gedemütigt werden, werden später zu Erwachsenen, die andere auch demütigen und erniedrigen.“

Statt immer wieder zu diskutieren und zu spekulieren, welche Grenzen Kinder angeblich brauchen, schlägt der Forscher etwas anderes vor: „Es wäre vielleicht hilfreich, sich einmal die Frage zu stellen, welche Grenzen wir Erwachsenen tagtäglich überschreiten. Was leben wir unseren Kindern vor?“.

Was wir uns von unseren Kindern wünschen, müssen wir auch selbst tun

Er betont: „Wenn wir von unseren Kindern Respekt, Anerkennung, gegenseitige Unterstützung, soziales und humanes Verhalten wollen, dann müssen wir genauso auch mit ihnen umgehen. Das tun wir aber nicht, indem wir versuchen, sie zu verändern.“ Beim Umgang mit Kindern werde in unserer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen, meint Michael Hüter. Wir nutzen unsere körperliche und geistige Überlegenheit aus, um Kinder zu unterdrücken. Und wir merken meist noch nicht einmal, dass wir es tun. Es kommt uns vollkommen normal vor.

„Das was wir mit Kindern tun, die wir erziehen, würden wir niemals mit einem Erwachsenen machen. Der würde uns sofort die Freundschaft kündigen, wenn wir versuchen würden, ihn nach unseren Vorstellungen zu formen.“ Statt ihre Kinder zu erziehen, sollten Eltern aus Sicht des Forschers lieber an einer tiefgehenden Beziehung zu ihren Kindern arbeiten. Kinder, die sich geliebt und angenommen fühlen, haben nämlich die besten Voraussetzungen zu lernen. Und das tun sie am effektivsten, indem sie beobachten und nachahmen: Kinder spiegeln das Verhalten ihrer Eltern. „Wenn wir uns ein bestimmtes Verhalten von unseren Kindern wünschen, dann müssen wir uns selbst so verhalten. Wir können nicht bei Rot über die Ampel gehen und dann dem Kind verbieten, das Gleiche zu tun“, sagt Michael Hüter.

Der Wissenschaftler ist davon überzeugt, dass ein Kind nicht erzogen werden muss: „Ich muss ein Kind nur teilhaben lassen. Dann sieht es von alleine, welche Grenzen und Regeln es gibt. Und es wird sich von ganz allein an diese halten, um Teil der Gesellschaft zu sein.“ 

Artgerechte Kindheit

Kindheit 6.7“ ist ein Meisterwerk, das eben nicht „nur“ eine Fülle recherchierter Realitäten übermittelt, sondern auch mit nachvollziehbaren Deutungen bereichert. Ich bin emotional aufgewühlt:

Mich erfasst Empörung über die bittere und tragische Entwicklung, dass Kinder nicht mehr „artgerecht“ aufwachsen können, dass die haltgebende Funktion der Familie auf dem „Altar der Ökonomie und Ideologie“ geopfert wird und dass die gegenwärtige Bildungspraxis Kinder mehr in ihrer Entwicklung behindert und krank macht als ihnen hilft, freie, gesunde, aktive und kreative Persönlichkeiten zu werden. Die Kindheit entscheidet über die Fähigkeit, eine „innerseelische Demokratie“ zu entwickeln, das heißt belastende seelische Erfahrungen – also Ängste, emotionale und körperliche Misshandlungen, seelische Kränkungen und Verletzungen und Liebesmangel – auszublenden oder schmerzlich Erlittenes zu erinnern, emotional zu verarbeiten und damit regulieren zu lernen, um es nicht mehr sozial projektiv zu übertragen, zu denunzieren und bei „Andersdenkenden“ zu bekämpfen. Dazu liefert „Kindheit 6.7“ überzeugende Erfahrungen und Argumente.

Kindheit 6.7“ ist allen zu empfehlen, die gesellschaftliche Fehlentwicklungen besser verstehen wollen und vor allem nach echten, natürlichen und konstruktiven Möglichkeiten suchen, unsere gefährdete Hochkultur zu retten. Dr. Hans-Joachim Maaz, Psychoanalytiker, (Bestseller-) Autor

 

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Last modified onSunday, 08 September 2019 07:56